Daniel Kästli
Co-Founder wyrd
March 2026
Background to the failure of classic OKR systems and strategies for contemporary leadership with orientation and radical focus on the essentials.

OKRs have an alluring charm. They are clearly structured, methodically manageable and promise exactly what many organizations are looking for: to translate strategy into concrete goals and measurable impact. For management, that sounds like focus and control. For employees, for clarity, orientation and, in the best case, more self-determination.
OKRs (Objectives and Key Results) are a framework for translating strategy into concrete goals. Objectives set the course, key results make progress measurable. The idea behind it: Organizations focus on a few important goals — and regularly review progress.
Hardly any management framework in recent years has been so broadly adopted — and hardly any causes so much disillusionment in practice. Studies and benchmarks repeatedly show a similar picture: The majority of OKR implementations fall short of expectations and don't deliver the performance improvements you'd hoped for. Another value is even more obvious: Over 40% of organisations that start with OKRs abandon the framework within the first six months or use it only half-heartedly1.If you’ve already had experience with OKRs, this certainly sounds familiar. Perhaps the introduction was accompanied by a spirit of optimism. Perhaps there were ambitious goals on the slides. And maybe after some time, there was a feeling that the method didn't quite fit in with your organisation, or created more effort and friction in everyday life than orientation.This raises a key question: OKRs aren't a new buzzword. Their roots lie in Silicon Valley and were strongly influenced by American management culture: technology-driven growth companies, a high level of transparency, a clear sense of responsibility, a strong willingness to take risks and a natural approach to ambitious goals that are not expected to be fully achieved. In this environment, OKRs were able to fully develop their strength.However, many SMEs operate in a different organisational context. Structures have grown, hierarchies are often more stable, and culture is created from relationships instead of scalable playbooks. At the same time, the environment today is dynamic and requires constant adjustment. The logic of OKRs remains convincing, but their effectiveness depends on how well they fit the organisation’s operating system.It would therefore be too short-sighted to question the entire concept. What is decisive, however, is how they are designed — and whether they fit the real working environment and culture of a company.In the following, we take a differentiated look at the most common reasons why OKRs fail in practice — and what organisations can do differently to actually meet expectations.
Viele Unternehmen starten mit guter Absicht: „Wir brauchen Alignment, also kaskadieren wir die Ziele nach unten.“ Klingt logisch. In der Praxis wird daraus jedoch oft ein mehrstufiger Übersetzungsprozess durchs Organigramm – und mit jeder Stufe wird das strategische Signal schwächer. Aus Unternehmenszielen werden Bereichsziele, daraus Teamziele, daraus individuelle Tasks. Was als Orientierung gedacht war, endet nicht selten als implizite Kontrolle.
Goal Cascading ist damit häufig eine elegante Form von Micromanagement. Hinter ihr steckt die Sorge, Teams könnten an den „falschen“ Dingen arbeiten. Also definiert man genauer, bricht weiter herunter, macht es konkreter. Doch genau dadurch passiert das Gegenteil von Empowerment: Menschen arbeiten Ziele ab, statt Verantwortung für Wirkung zu übernehmen.
Wenn wir wollen, dass Mitarbeitende an den richtigen Themen arbeiten – und dabei selbstständig mitdenken –, braucht es kein engmaschiges Weiterreichen von Zielen. Es braucht Klarheit über Zweck und Prioritäten. Alignment entsteht nicht durch Durchgriff, sondern durch gemeinsames Verständnis darüber, warum etwas zählt.
Die Grundidee von OKRs ist bestechend klar: Objectives beschreiben die Richtung, die wir erreichen wollen – und Key Results machen diese Ambition über messbare Outcomes greifbar. Genau diese Verbindung aus Sinn und Messbarkeit macht das Framework so stark.
Und zugleich liegt hier eine Falle.
Weil Key Results messbar sein sollen, rutschen sie in der Praxis oft in eine Output-Logik. Dann heissen sie „Feature X launchen“, „Website relaunchen“ oder „zehn Kampagnen umsetzen“. Alles sinnvolle Aktivitäten – aber eben Aktivitäten. Sie zeigen, was getan wurde, nicht was sich dadurch verbessert hat.
Ein typisches Beispiel: Ein KMU mit 35 Mitarbeitenden definiert als Key Result „Website-Relaunch im Q2“. Drei Monate später ist die Website live – doch die Conversion bleibt unverändert.
So entstehen To-do-Listen mit strategischem Anstrich. Gemessen wird, was leicht zählbar ist – nicht unbedingt, was wirklich zählt. Viel wichtiger ist die Beschreibung der angestrebten Wirkung, ohne den Lösungsweg vorzuschreiben. Sonst werden Key Results zu Checklisten – und OKRs verlieren ihren eigentlichen Zweck: Wirkung statt Aktivität zu steuern.
OKRs werden häufig an fixe Zyklen gebunden – meist ans Quartal. Das ist nachvollziehbar: 90 Tage wirken überschaubar, ausreichend agil und dennoch planbar. Der Rhythmus gibt Struktur und schafft einen gemeinsamen Takt.
Das Problem ist jedoch nicht der Zyklus selbst, sondern seine Starrheit.
Viele Initiativen, die KMU wirklich voranbringen, lassen sich nicht sauber in Quartale schneiden. Produktentwicklungen dauern länger, Marktveränderungen passieren schneller. Und manchmal ändert sich nach wenigen Wochen die Ausgangslage grundlegend – nicht wegen schlechter Planung, sondern weil Realität dynamisch ist.
Wer Arbeit in zu feste Zeitboxen presst, formuliert oft Ziele, die gut in den Kalender passen – nicht unbedingt solche mit der grössten Wirkung. Der Zyklus beginnt die Zielwahl zu dominieren.
Ein wirksames OKR-System passt seinen Rhythmus deshalb dem Arbeitsumfeld an. Die Ziele einer Produktionsfirma folgen anderen Taktungen als jene eines Software-Teams. Fokus entsteht nicht durch starre Quartale, sondern durch einen Rhythmus, der zur tatsächlichen Zielerreichung passt.
OKRs promise measurability. But not everything that can be counted is strategically relevant — and not everything strategic can be neatly squeezed into a number.In practice, a form of pseudo-measurability quickly develops. Key results are precise because they contain percentages and key figures. But numbers often measure activity rather than impact. They communicate progress, even if they say little about whether anything has actually improved. The system is data-driven — but the content remains superficial.The rhythm of check-ins is similarly ambivalent. Studies clearly show that regular, in particular weekly, goal meetings significantly increase the success rate. The exchange brings new insights, makes obstacles visible and creates momentum.But this exact ritual often turns into the opposite. The weekly update becomes a mandatory exercise: Figures are entered, status reported, fields filled — even without progress. This creates a reporting cycle instead of a learning system. Impact is created in a conversation, not in a reporting form.
In der Praxis entsteht schnell eine Form von Pseudo-Messbarkeit. Key Results wirken präzise, weil sie Prozentwerte und Kennzahlen enthalten. Doch Zahlen messen oft Aktivität statt Wirkung. Sie vermitteln Fortschritt, auch wenn sie wenig darüber aussagen, ob sich tatsächlich etwas verbessert hat. Das System wirkt datengetrieben – bleibt aber inhaltlich oberflächlich.
Ähnlich ambivalent ist der Rhythmus der Check-ins. Studien zeigen klar: Regelmässige, insbesondere wöchentliche Zielbesprechungen erhöhen die Erfolgsquote deutlich2. Der Austausch bringt neue Erkenntnisse, macht Hindernisse sichtbar und schafft Momentum.
Doch oft kippt genau dieses Ritual ins Gegenteil. Das wöchentliche Update wird zur Pflichtübung: Zahlen werden eingetragen, Status gemeldet, Felder gefüllt – auch ohne Fortschritte. So entsteht ein Reporting-Zyklus statt eines Lernsystems. Wirkung entsteht im Gespräch – nicht im Formular.
OKRs verlieren ihre Kraft, sobald sie politisch werden – besonders dann, wenn sie mit Performance, Bonus oder individueller Bewertung verknüpft sind.
In diesem Moment verändert sich das Verhalten. Der sichere Raum für ambitionierte Ziele verschwindet. Teams formulieren defensivere Ziele, vermeiden Stretch und sichern Risiken ab. Statt Wirkung zu maximieren, optimieren sie auf Zielerreichungsquote. 60 % Zielerreichung wird dann nicht mehr als Lernsignal verstanden, sondern als Makel.
Das widerspricht genau der Logik hinter OKRs. Motivationsforschung zeigt, dass Engagement besonders dann entsteht, wenn Menschen Autonomie erleben und das Gefühl haben, selbst wirksam handeln zu können. Werden Ziele jedoch als Bewertungsinstrument genutzt, verschiebt sich der Fokus: Menschen arbeiten nicht mehr am mutigsten Ziel – sondern am sichersten.
Viele gut geführte Unternehmen – und ja, dazu zählen Schweizer KMU – haben den Anspruch, Dinge sauber und professionell aufzusetzen. Das ist eine Stärke. Bei OKRs kann sie jedoch zur Falle werden.
Nicht selten beginnt die Einführung mit externer Beratung, umfangreichen Workshops und detaillierten Abstimmungsrunden. Es entstehen Templates, Scoring-Modelle und Governance-Schleifen. Ziele werden teamübergreifend feinjustiert, Abhängigkeiten kartiert, Formulierungen perfektioniert. Der Anspruch: ein wasserdichtes System.
Doch mit jedem zusätzlichen Layer steigt der Aufwand – besonders für Führungspersonen. Planung, Abstimmung, Reporting und Pflege werden zu einem parallelen Betriebssystem neben dem eigentlichen Geschäft. OKRs sollen Fokus schaffen, beginnen aber selbst Aufmerksamkeit zu binden.
Wenn ein Framework mehr Energie kostet, als es freisetzt, verliert es Akzeptanz. Dann wird es zum Adminprozess statt zur Orientierung.
Die Erfahrung zeigt: Weniger ist oft mehr – besonders bei der Einführung. OKRs sind als agiles Lernsystem gedacht, nicht als Governance-Maschine. Wirkung entsteht durch Klarheit und Rhythmus, nicht durch Prozessperfektion.
OKRs verlieren ihre Wirkung nicht, weil die Idee falsch wäre.
Sie verlieren ihre Wirkung, wenn sie in ein System eingebaut werden, das ihnen widerspricht.
Was sich durch alle Punkte zieht:
• Alignment entsteht nicht durch Kaskadierung, sondern durch geteiltes Verständnis.
• Ownership entsteht nicht durch Zuweisung, sondern durch Beteiligung, Autonomie und Sinnhaftigkeit.
• Wirkung entsteht nicht durch Output-Messung, sondern durch sinnvolle Outcomes.
• Fortschritt entsteht nicht durch Reporting, sondern durch echten Austausch.
• Agilität entsteht nicht durch fixe Quartale, sondern durch passende Rhythmen.
• Fokus entsteht nicht durch Prozessperfektion, sondern durch Klarheit.
Was heisst das konkret für KMU?
Es braucht kein perfektioniertes OKR-System, das sich wie eine zweite Last über den Alltag legt.
Keine starre Governance, die Eigenverantwortung im Keim erstickt.
Kein komplexes Regelwerk, das Transparenz simuliert, während das gegenseitige Verständnis für das Wesentliche auf der Strecke bleibt.
Es braucht Fokus.
Fokus auf die wenigen Themen, die grad wirklich zählen.
Fokus auf Wirkung statt Aktivität.
Fokus auf Ownership im Team statt Kontrolle von oben.
Fokus auf Dialog statt Reporting.
Vielleicht ist das die entscheidende Erkenntnis: OKRs sind kein Zielmanagement-Tool. OKRs sind kein Zielmanagement-Tool. Sie sind ein Führungsinstrument. Und sie funktionieren nur dann, wenn Führung, Kultur und Struktur mitgedacht sind.
1 - https://www.globalgrowthinsights.com/market-reports/objectives-and-key-results-okr-software-market-100409
2 - https://www.okrstool.com/blog/okr-benchmark-report
At wyrd, we believe: “The best leadership tools are the ones you hardly notice in everyday life — because they simply work.”
That is why we are currently developing a new approach for goal setting in SMEs — inspired by OKRs but radically simplified: less reporting, more meaningful focus and better dialogue within the team.
If you're curious about what this approach actually looks like, we’re currently offering early insights.